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FlyLady-Reihe: Teil 8 – Verliere dich nicht im Perfektionismus

Ich weiß nicht, ob es dir ähnlich geht, aber wenn ich Dinge anfange, will ich sie zu Ende bringen. Und zwar ordentlich, vernünftig, perfekt eben! Was auf den ersten Blick wie gute Charaktereigenschaften wirkt, ist im echten Leben eine Gradwanderung. Perfektionismus ist eine wahre Falle, in der du dich verlieren kannst. Da ich momentan merke, wie meine perfektionistische Ader immer wieder durch kommt, möchte ich mit diesem Beitrag auf die „Falle“ aufmerksam machen, da sie gerade beim FlyLady-Konzept schnell auftreten kann.

Perfektionistische Menschen streben nach der ultimativen Perfektion. Ich gehöre definitiv dazu. Ich mache meine Sachen nicht nur gut oder besser, sondern absolut perfekt. Wenn mir das nicht gelingt, bin ich meistens ziemlich down und habe das Gefühl versagt zu haben. Ich gebe mir größte Mühe alles korrekt zu machen und Fehler zu vermeiden. Dadurch baut man sich natürlich selber einen enormen Druck auf und scheitert häufig schon an den eigenen Ansprüchen.

Materielles und Seele zu entrümpeln und Dinge loszulassen liegen aktuell sehr im Trend. Teilweise kam vermutlich auch ich auf diese Weise zu Marie Kondo und FlyLady und krempelte mein Leben ziemlich um. Man verspricht sich ein aufgeräumtes Leben und damit einhergehend auch ein erfüllteres Leben. Das Ausmisten und Loslassen Probleme für zum Beispiel Perfektionisten verursacht, wird im ersten Schritt häufig übersehen.

FlyLady & Perfektionismus – passt das zusammen?

Wenn du meine Geschichte verfolgst, weißt du, dass ich mit KonMari angefangen habe. Diese Aufräummethode passt hervorragend zu Perfektionisten, da das Motto von Marie Kondo lautet: „Aufräumen – nur einmal, in einem Rutsch, zügig“. Dir wird es genauso gehen wie mir. Sobald ich eine Sache begonnen habe, bsp. meine Klamotten aussortieren, mache ich das so lange, bis es wirklich perfekt ist – und wenn es noch so lange dauert. Als Kind konnte ich zum Beispiel auch nicht schlafen gehen, wenn mein Kinderzimmer nicht komplett aufgeräumt war. Das war einfach mit meiner perfektionistischen Ader nicht vereinbar. Aus diesem Grund konnte ich mich mit dem Ansatz von Marie Kondo sehr gut identifizieren und hatte innerhalb weniger Tage alles ordentlich aussortiert.

Da Haushalt aber mehr ist, als aussortieren und aufräumen, begann ich mit FlyLady, um meinen Haushalt besser zu organisieren. Die Routinen funktionieren mittlerweile sehr gut und erleichtern insbesondere den Morgen enorm. Aktuell bin ich dabei das Konzept „Putzen nach Zonen“ zu testen und da merke ich, dass es mir viel schwerer fällt, die Zonenarbeit zu erledigen. Jeden Tag 15 Minuten eine bestimmte Zone zu putzen, fand ich zu Beginn durchaus umsetzbar. Aber ich merkte schnell, dass mich etwas hindert und zwar mein Perfektionismus!

Insbesondere beim Zonenputzen muss man es schaffen nach 15 Minuten aufzuhören. FlyLady sagt dazu: „Halb geputzt ist besser als gar nicht geputzt“, wo sie durchaus Recht hat. Allerdings fällt es mir unendlich schwer eine Tätigkeit einfach halbfertig zu lassen, wenn ich es doch noch kurz fertig machen könnte. Natürlich bleibt es meistens nicht bei „noch kurz fertig machen“ und Schwupps ist man wieder Stunden beschäftigt.

Tipps wie du dich nicht im Perfektionismus verlierst

An dieser Stelle möchte ich dir gerne ein paar Tipps an die Hand geben, um auch uns Perfektionisten das Zonenputzen zu ermöglichen

  1. Nutze definitiv einen Wecker und zwinge dich aufzuhören
    Zu Beginn habe ich schon mal auf die Uhr geschaut und wusste, um halb sind 15 Minuten um. Das hat überhaupt nicht funktioniert.
  2. Behalte die Uhr im Blick und wähle deine Aufgaben vorab sorgfältig aus.
    Zu allen Zonen habe ich mir Listen geschrieben, die ich von oben nach unten abgearbeitet habe. Das führte allerdings dazu, dass ich 3 Minuten vor Ende eine große Aufgabe begonnen habe, die ich unglaublich fertigstellen konnte. Das erhöhte meine Frustration nur noch mehr. Schau dir deine Liste vorher an und wähle Aufgaben aus, für die du komplett ca. 15 Minuten benötigen wirst. Letztens im Schlafzimmer habe ich beispielsweise nur „Unter dem Bett sauber machen“ gewählt, da ich wusste, dass es eine aufwendigere Aufgabe ist.
  3. Lerne einzuschätzen, wie lang dich Aufgaben beschäftigen
    Ich beginne gerade erst mit dem Zonenputzen, von daher kann ich bei verschiedenen Aufgaben noch nicht hundertprozentig einschätzen, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Nutze deine erste „Runde“ des Zonenputzens dazu, Erfahrungswerte zu sammeln und dein Zonenputzen zukünftig noch effektiver zu gestalten.
  4. Vermeide Ablenkung
    Vor FlyLady habe ich beim Aufräumen und Putzen immer Musik gehört. Rückblickend glaube ich auch das zieht das Ganze in die Länge. Ohne Hintergrundmusik bin ich viel fokussierter und erledige effizient die vorgenommenen Aufgaben.
  5. Finally Loving Yourself
    FlyLady betont immer wieder, dass man bei dem ganzen Putzen nicht vergessen darf, dass es im Endeffekt dir gut tun soll. Wenn es nur lästige Arbeit für dich ist, wäre das vermutlich nicht das passende Konzept. Was mir immer hilft ist, dass ich mir für danach etwas Schönes vornehme, was mir Freude und Erholung bringt. Getreu dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Die Arbeit für heute ist erledigt und somit hast du jetzt Zeit etwas für dich zu tun.

Berichte gerne einmal, ob dir die Tipps zum Perfektionismus helfen konnten. Ich werde das Zonenputzen parallel weiter für mich ausprobieren.

Benötigst du zusätzliche Hilfe? Schreib mir gerne.

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Teil 9 – FlyLady als langfristige Lösung und positive Entwicklungen (Rückblick)

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