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Wie Minimalismus mein Leben verändert hat

Bei mir ist es mittlerweile gute 4 Jahre her, dass ich das erste Mal von dem Thema Minimalismus gehört habe. Darum möchte ich diesen Beitrag als eine Art Update nutzen dir zu erzählen, was sich durch den Minimalismus in meinem Leben verändert hat. Denn das hat es und zwar besser und positiver, als ich je geglaubt hätte.

Was ist Minimalismus?

In einigen früheren Beiträgen habe ich bereits über ein Verständnis von Minimalismus und auch dem tieferen Sinn dahinter gesprochen.

Minimalismus
Die Philosophie von Minimalismus

Kurzum geht es darum, nur die Sachen zu behalten, die einen glücklich machen und die man wirklich benötigt. Wobei benötigen sehr subjektiv ist, da das von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Der Minimalismus gibt keine Regeln vor, sondern regt an ein bewussteres und selbstbestimmteres Leben zu führen.

Wie sah mein früheres Leben aus?

Wenn es darum geht, was Minimalismus alles verändert hat, muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich hatte das große Glück eine unbeschwerte Kindheit zu haben und auch das Privileg, dass meine Eltern mir sehr viel ermöglichen konnten. Mir hat es nie groß an etwas gemangelt. In der Teenie-Zeit hatte ich dann natürlich auch mal meine „Null-Bock-Phase“, in der Schule nicht mehr so wichtig war und ich mich ausgelebt habe, was in dem Alter auch normal ist.

Das Problem war eher, dass ich mich zu der Zeit sehr an anderen orientiert habe. Ich wollte die gleichen Klamotten tragen, die selbe Schminke nutzen, die gleiche Musik hören etc. Rückblickend war ich wahrscheinlich auf der Suche nach mir selbst und meinem Platz in der Welt. Leider dauerte diese Suche unverhältnismäßig lange an. Auch viele Jahre später wusste ich noch nicht so richtig, wer ich war und wo ich hin wollte.

Was mir jedoch bewusst war, waren die vielen Tage, an denen ich unglaublich antriebslos und unmotiviert war. Ich habe mich sehr viel treiben lassen statt aktiv zu leben. Viel Zeit verplemperte ich vor dem Fernseher und dem Laptop. Sport und Bewegung war mein persönlicher Endgegner.

Der Umbruch mit Marie Kondo

Zu der Zeit verstand ich nicht, was los war. Ich wusste, dass etwas fehlte, aber was mir hätte helfen können, war mir nicht klar. Eines Tages erzählte mein Papa mir vom Buch „Magic Cleaning*“ der Aufräumexpertin Marie Kondo (mehr zu ihrer Methode findest du hier). In einer Nacht-und-Nebel-Aktion fing ich an meinen ganzen Kram auszusortieren.

Mit jedem Teil, was ging, merkte ich ein Stückchen Freiheit. Vorher hatte ich ganz viel innere Leere mit Shopping gefüllt. Jetzt war ich froh, dass mein Leben in gewisser Weise leichter wurde. Allmählich merkte ich, wie sehr mich der ganze Kram in der Vergangenheit erdrückt und überfordert hatte. Es ist ja so: Jedes Teil, was man besitzt, macht Arbeit und sei es nur, dass es mal abgestaubt werden muss.

Wie geht es mir heute?

Nach guten 4 Jahren kann ich heute sagen, dass es mir deutlich besser geht, auch wenn ich immer noch mitten im Prozess bin. Als ich damals meinen Kleiderschrank das erste Mal aussortiert habe, dachte ich: „Wow, so viel habe ich ausgemistet. So kann es bleiben“. Über die Monate und Jahre habe ich noch so häufig meine Klamotten aufs Neue aussortiert und Stücke verschenkt, gespendet oder verkauft. Ich wurde beim Ausmisten auch einfach besser und merkte, dass es immer noch Teile gab, die ich nicht benötigte.

Interessanterweise entdeckte ich dabei auch meinen Kleidungsstil. Früher hatte ich wirklich zu jedem Stil das ein oder andere Teil. Da passte nichts groß zusammen. Mittlerweile weiß ich was mir steht, welche Farben ich mag und welche Stoffe ich gerne trage.

Farblich sortierte Kleiderstange nach KonMari (Minimalismus)
Mittlerweile erkennt man einen gewissen Kleidungsstil in meinem Kleiderschrank

Insgesamt fühle ich mich deutlich motivierter, befreiter, kreativer und einfach zufriedener. Ich liebe das Gefühl, dass ich weiß, was ich besitze und wo ich es wiederfinde. Dadurch spare ich mir so unfassbar viel Zeit beim Aufräumen und auch beim Putzen und kann diese Zeit anders nutzen. Zum Beispiel mache ich mittlerweile täglich Sport – und ja, es macht sogar Spaß, weil ich merke, wie gut es mir gut.

Minimalismus in anderen Bereichen

Mit den Jahren ist mein Blickwinkel auch immer mehr weg vom reinen Ausmisten hin zu anderen Lebensbereichen gewandert. Minimalismus hat auch sehr viel mit bewusstem Konsum, Nachhaltigkeit, Zero Waste, Achtsamkeit und Dankbarkeit zu tun. Ich finde, Minimalismus hilft uns einfach gewisse Dinge zu hinterfragen, zu optimieren und letztlich bei uns selber anzukommen.

Zum Beispiel nutze ich seit mehreren Jahren das 6-Minuten-Tagebuch*. Jeden Tag schreibe ich 3 Dinge rein, für die dankbar bin und die am Tag tolles passiert sind. Das hilft mir ungemein mich auf positive Gedanken zu konzentrieren und mein Leben mehr schätzen zu lernen.

6-Minuten-Tagebuch, um glücklicher zu werden
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Des Weiteren habe ich begonnen, mich mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen und ernähre mich seit Anfang 2020 vegan. Ich habe recherchiert, welche Nährstoffe ein Mensch überhaupt benötigt und in welchen Lebensmitteln es diese gibt. Wenn ich in der Wohnung schon darauf achte, nur tolle Sachen um mich zu haben, warum dann nicht auch mal schauen, was ich so zu mir nehme. Wenn dich das Thema interessiert, habe ich hier 10-Einsteiger-Tipps für dich. Ich merke deutlich, dass mir diese Ernährungsweise deutlich besser bekommt und es für mich genau die richtige Entscheidung war.

Aktuell überlegen Kevin und ich beispielsweise auch, ob wir zukünftig noch ein Auto besitzen wollen oder ob E-Bikes bzw. Pedelecs eine Alternative sein könnten. Das Thema Minimalismus zieht also immer größere Kreise. Angefangen bei einzelnen Schubladen und Schränken, über Möbel bis hin zu dem Punkt, wo wir überlegen, das Auto loszuwerden. So kann es gehen!

Fazit

Was ich damit einfach zeigen möchte ist, dass man Glück nicht kaufen kann. Geld hilft auch nur bis zu einem bestimmten Grad. Damals hatte ich auch bereits alles, was man zum leben benötigt und trotzdem war ich unzufrieden. Der Minimalismus hat mir das Gefühl gegeben mein Leben wieder in den Griff zu bekommen und ein sinnvolles Leben zu leben. Deshalb könnte ich nicht glücklicher darüber sein, dass mein Papa damals mit dem Buch um die Ecke kam.

Ich hoffe, die Euphorie für dieses Thema kam etwas bei dir an. Wenn du dich bei meinen Erklärungen zu meinem früheren Leben etwas wiedererkannt hast, kann Minimalismus vielleicht auch für dich das Richtige sein. Schreib mir das gerne in die Kommentare. Wenn du noch spezielle Fragen zu dem Thema hast, dann lass es mich auch sehr gerne wissen.

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