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Bullet Journal – weit mehr als nur ein Kalender

Mit einem Bullet Journal fing bei mir alles an. Seitdem bin ich viel interessierter an Dingen und Methoden, die das Leben optimieren und die Persönlichkeit weiterbilden.

Letztes Jahr zum Geburtstag bekam ich ein Bullet Journal von meinem Freund geschenkt – ein pinkes Leuchtturm 1917.

Meine ersten Gedanken dazu? Nun, es sah aus wie ein Notizbuch oder ein Kalender. Allerdings inhaltlich leer, nur mit gepunktetem, durchnummeriertem Papier und einem Inhaltsverzeichnis. Im ersten Moment konnte ich damit also wirklich gar nichts anfangen. Einige Erklärungen meines Freundes und YouTube Videos später begann ich so langsam zu verstehen.

Was ist ein Bullet Journal?

Ein Bullet Journal kann all das sein, was du möchtest, was es ist. Genau das sind der Sinn und das Tolle an der Sache.

Du kennst sicherlich auch normale Kalender mit Monats-, Wochen-, oder Tagesübersichten. Solche Büchlein haben eine vorgefertigte Struktur, die man dann mit seinen persönlichen Terminen, Kontakten und Gedanken füllt.

Ein Bullet Journal ist eine Art Notizbuch, welches du nach deinen Vorstellungen von Grund auf gestaltest. Diese gibt es nicht nur von der Firma Leuchtturm, sondern auch von vielen anderen Anbietern. Leuchtturm hat allerdings das Bullet Journal sozusagen „erfunden“ und damit auch das System, wie man es eben selber gestaltet. Das Gute an Leuchtturm ist, dass die Bücher einen festen Index beinhalten und alle Seiten bereits durchnummeriert sind. Das erleichtert das Eintragen der Themen in den Index enorm. Auch die punktierten Seiten sind meines Erachtens ein Pluspunkt. Sie sind nicht so starr und vorgegeben wie Linien oder Kästchen. Dennoch kann man sich gut daran orientieren und gerade Linien ziehen.

Grundsätzlich eignen sich aber alle Arten von „blanko“ Notizbüchern als Bullet Journal. Leuchtturm oder weitere Marken sind dabei natürlich auch etwas hochpreisiger. Du kannst genauso gut mit einem simplen Notizbuch starten.

Was beinhaltet ein Bullet Journal?

Vorweg sei gesagt – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Da jeder sein Bullet Journal eigenständig kreiert, ist jedes ein wahres Unikat. Aber es gibt natürlich gewisse Bausteine, die typischerweise in einem Bullet Journal zu finden sind.

1. Index

Der Index ist das Inhaltsverzeichnis deines Bullet Journal. Alle unterschiedlichen Abschnitte kannst du dort mit Angabe deiner Seitenzahl auflisten. So findest du alle Themen schnell wieder. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, alle Seiten des Journals durchzunummerieren.

2. Key

Der Key bzw. Schlüssel beinhaltet deine Icons bzw. Symbole für unterschiedliche Gedanken oder Aufgaben. Eine Aufgabe wird typischerweise mit einem leeren Kästchen notiert, welches man bei Erledigung abhakt. Ein solches Kästchen kann man beispielsweise auch durchstreichen, wenn sich die Aufgabe erledigt hat. Oder man fügt einen Pfeil ein, wenn die Aufgabe auf einen anderen Tag verschoben wurde.

Für Veranstaltungen kann man eine kleine Uhr nehmen, für wichtige Termine ein Ausrufezeichen oder für eine Idee oder Inspiration ein kleines Herz. Auch hier gilt – tu, was dir gefällt!

3. Future Log

Das Future Log ist eine Gesamtübersicht des aktuellen Jahres. Es führt alle Monate auf und typischerweise ich die Kalenderwochen und Wochentage. Man kann diese Übersicht leer lassen, um zum Beispiel nachschauen zu können, auf welchen Tag Heiligabend dieses Jahr fällt. Genauso gut kann man in das Future Log bereits Geburtstage oder Urlaube aufnehmen. Getreu dem Motto: Alles kann, nichts muss!

4. Monthly

Dies bezeichnet ähnlich wie ein Future Log eine Übersicht, jedoch diesmal monatlich statt jährlich. Ein Monthly eignet sich gut um Termine und Verabredungen einzutragen. So sieht man auf einen Blick, was für diesen Monat ansteht.

5. Weekly

Du merkst, wir werden von den Einheiten her immer kleiner. Dementsprechend hast du bei einem Weekly eine komplette Woche abgebildet. In diese Übersicht können dann auch kleinere Aufgaben im Haushalt oder Erledigungen aufgenommen werden.

6. Habit Tracker

Mit einem Habit Tracker verfolgst du bestimmte Gewohnheiten oder Ziele, die du dir gesetzt hast. Üblicherweise bildet ein Tracker einen ganzen Monat ab, sodass du links die Kategorien notierst und rechts die Tage des Monats. Somit verfolgst du jeden Tag, ob du deine Ziele erreicht hast.

Ein beliebtes Beispiel ist, dass man sich vornimmt pro Tag 2 Liter Wasser zu trinken. In diesem Fall würdest du links „2 Liter Wasser trinken“ schreiben und am Ende jeden Tages schauen, ob du das erreicht hast. Du kannst dann beispielsweise das Kästchen blau ausmalen oder ein Häkchen setzen – ganz wie es dir gefällt.

Was genau du tracken möchtest, liegt in deiner Hand. Von Sport treiben über Schlafzeiten bis hin zu Putzplänen ist alles möglich.

Wie stehe ich mittlerweile zu Bullet Journals?

Auf Pinterest, Instagram oder in diversen Facebook-Gruppen findest du unzählige Ideen und Beispiels, was man alles machen kann. Für viele Menschen ist das eine wahre Passion und sie investieren viel Zeit und Liebe in ihre Bullet Journals und kreiert fantastische Layouts.

Als ich mit meinem Bullet Journal vor knapp einem Jahr begonnen habe, war meine Motivation riesig. Ich habe auf sämtlichen Plattformen Ideen gesammelt und alles in mein Buch integriert. Zum jetzigen Zeitpunkt muss ich zugeben, dass das eine Spur zu viel war.

Für mich wurde die Arbeit, die man investieren musste, irgendwann lästig. Also beschloss ich der Sache eine Pause zu gönnen, um mir darüber klar zu werden, ob ein Bullet Journal für mich noch einen Sinn hat. Mittlerweile sind drei Monate vergangen und ich habe sehr gut reflektieren können, warum das Bullet Journal für mich eher zur Last wurde.

1. Die Gestaltung nahm viel Zeit in Anspruch

Ich hatte bereits erwähnt, dass ich zu Beginn sämtliche Anregungen, Tracker und Layouts übernommen habe. Das hatte zwei Probleme zur Folge.

Zum einen dauerte die Gestaltung der einzelnen Monats- und Wochenübersichten sehr lang und jeden Abend musste ich eine Vielzahl an Trackern ausfüllen. Von Woche zu Woche fiel mir das immer schwerer und ich hatte schlicht keine Lust mehr. Der Benefit erschien mir einfach in einem falschen Verhältnis zum Aufwand zu stehen.

2. Ich war noch nie ein Kalendertyp

Ich plane zwar gerne und schreibe mir auch für einzelne Tage häufig auf, was alles erledigt werden muss. Einen richtigen Kalender besaß ich allerdings nie. Zumindest habe ich ihn nie wirklich für Termine etc. genutzt. Sprich diese Kalenderfunktion, die man in dem Future Log oder Monthly hat, passt schlichtweg nicht zu mir. Das war mir doch zu strukturiert und zu sehr gezwungen immer alle Termine dort einzutragen.

Hinzu kommt, dass ich für wichtige und feste Termine immer meinen Kalender auf dem Handy nutze. Mein Handy habe ich immer dabei und es erinnert mich an Termine. Das ist für mich deutlich praktikabler und praktischer.

3. Unterwegs ist A5 zu unhandlich

Viele tragen auch ihre Essensplanung und Einkaufslisten in das Bullet Journal ein. Genau das habe ich auch eine Zeit lang gemacht und mein Notizbüchlein immer brav in den Supermarkt mitgenommen. Aber schnell wurde klar, es ist einfach zu unpraktisch und zu unhandlich. Ein einfacher Zettel tut genau das gleiche und kann einfacher mitgenommen werden.

4. Man benötigt noch weitere Stifte, Sticker, Washi Tapes und und und …

Viele Menschen haben ihre Leidenschaft in der Gestaltung des Bullet Journals gefunden und kaufen haufenweise Schreib- und Malutensilien. Auch ich habe mir verschiedene gekauft, habe aber schnell gemerkt, dass ich nicht der Typ dafür bin mein Bullet Journal so sehr zu gestalten und zu verschönern. Auch hier haben wir wieder den zeitlichen Aspekt.

Auf der anderen Seite häuft man natürlich schnell Unmengen an Dingen an, die auch alle irgendwo verstaut werden müssen. Wenn du meine vorherigen Beiträge gelesen hast, weißt du, dass ich mein Zuhause nach KonMari ausgemistet habe. Getreu dem Motto: Weniger ist mehr! Dieses Hobby widersprach dem allerdings enorm. Und wenn man dann noch bedenkt, dass man möglicherweise über Jahre hinweg Bullet Journal nutzt – da kommen ja nochmal einige zusammen, die wiederum in einem Schrank gelagert werden müssen. Wegschmeißen tut man die ja dann auch nicht, wenn man sich so viel Mühe in der Gestaltung gemacht hat.

5. Meine künstlerischen Fähigkeiten sind begrenzt

Ich male ganz gerne, ich kann es nur nicht besonders gut. Wenn man dann im Internet immer die tollen Bullet Journals der anderen sieht, hat mich das schon sehr demotiviert. Klar, habe ich stattdessen Sticker und Washi Tapes genutzt. Aber das war einfach nicht das gleiche und hat mich nicht so gut gefallen.

Wie plane ich mein Leben zukünftig?

Mir ist durch diese Pause vom Bullet Journal sehr gut bewusst geworden, warum es nicht geklappt hat und was ein Bullet Journal für mich nicht sein sollte. Dementsprechend habe ich auch schon Ideen, wie ich möglicherweise zukünftig wieder ein Bullet Journal nutzen möchte.

  • Es soll nur Format A6 haben, um es besser mitnehmen zu können
  • Es soll eher als To-Do Liste oder „Ideenbuch“ genutzt werden statt als Kalender
  • Es soll simpel gehalten werden, da die Funktionalität im Vordergrund steht
  • Es soll keine teure Marke sein, da ich nicht plane die Notizbücher zu behalten
  • Ich möchte versuchen relativ viel digital zu machen

Auch Anhänger und Befürworter von Digital Bullet Journals gibts es zur Genüge. Für meine Rezeptsammlung nutze ich bereits das Programm OneNote. Das klappt auch wirklich gut und zum Kochen kann man das Tablet super mitnehmen. Für kurze To-Do Listen oder einfach zusammenhanglose Ideen hat sich das allerdings für mich nicht bewährt. Da überlege ich dann doch wieder auf das einfache, simple Papier zu wechseln.

Wie planst du dein Leben? Nutzt du ein Bullet Journal? Oder hast du einen alltäglichen Kalender? Ich freue mich darauf von deinen Erfahrungen zu lesen. Schließlich bin ich bei dem Thema auch noch nicht am Ende.

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