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1 Jahr lang Shoppingboykott – traust du dich?

Nunu Kaller teilt das Leid vieler Frauen. Ein voller Kleiderschrank, aber doch nichts anzuziehen. Und dank der vielen Sale-Aktionen werden es auch immer mehr Klamotten. An jeder Ecke winkt ein neues Schnäppchen, was nur darauf wartet, gekauft zu werden. Als Nunu bewusst wird, wie sehr sie sich dem Konsum in der Vergangenheit hingegeben hat, wagt sie ein besonderes Projekt. Ein Jahr Shoppingboykott! Ein ganzes Jahr ohne neue Klamotten!

Die Textilindustrie

Zu Beginn hinterfragt sie ihr Kaufverhalten und ihre Shoppingtouren und recherchiert viel über die Textilindustrie. Viele Bekleidungsketten befragt sie und ist schockiert, welche miserablen Arbeitsbedingungen  in den Textilfabriken herrschen. Detailliert und mit Hingabe beschreibt sie die Umstände in Ländern, wie Bangladesh und Co. und lässt den Leser am Leid der Näherinnen teilhaben. Nachhaltige und faire Mode ist in unserer heutigen Konsumgesellschaft leider eine Ausnahme.

Die Veränderung beginnt im Kopf

Daraufhin beginnt Nunu radikal auszumisten, verschenkt Kleidung und entdeckt sogenannte Tauschmessen für sich. Sämtliche Kleidungsstücke, die entweder kaputt, seit längerem unbenutzt oder schlicht nicht mehr gefallen, kommen weg. Ausmisten und Ordnung schaffen ist der erste Schritt, um seine Konsumverhalten nachhaltig zu ändern. Nach und nach kommt sie mehr mit Menschen aus der Textilbranche in Berührung, tauscht sich mit Anderen zu ihrem Projekt und Konsum aus und entdeckt faire Modellabels. Wie in einem Tagebuch nimmt sie uns auf ihrer Reise zu einem bewussteren Konsum mit und lässt uns an ihren Gedanken teilhaben. Natürlich entdeckt auch Nunu in diesem Jahr Klamotten, doch statt sie sich zu kaufen, beginnt sie zu nähen. Nähen statt Shopping. Und auch wenn das erste Projekt eher suboptimal lief, so ist sie doch unglaublich stolz, als sie ihr erstes eigenes Kleidungsstück erschaffen hat.

Fazit

Insgesamt fand ich das Buch sehr unterhaltsam und inspirierend. Auch wenn das Thema der schlechten Arbeitsbedingungen innerhalb der Textilbranche nicht neu ist, so hat Nunu es doch geschafft, diese Zustände auf ehrliche und ganz persönliche Art und Weise dem Leser näher zu bringen. Häufig begegnete Nunu ihrer inneren Stimme, die sagte, dass sie „das eine Paar Schuhe unbedingt braucht“. Ihre Zielstrebigkeit und ihr Durchhaltevermögen haben mich sehr begeistert und motiviert. Ich selbst bin ein Freund von eher „radikalen“ Projekten, um wie in diesem Fall seinen eigenen Konsum einmal komplett runterzuschrauben. Ich ziehe meinen Hut vor diesem tollen mutigen Projekt und kann sagen, dass es mich auch dazu bewegt hat, mein Kaufverhalten zu hinterfragen.

Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass man Modeketten komplett boykottieren sollte. Faire und nachhaltige Mode ist deutlich teurer und nicht für jeden erschwinglich. Was ich aus dem Buch aber mitgenommen habe, ist das Ziel ab und zu etwas hochwertigere Ware einzukaufen. Vor ein paar Wochen habe ich mir einen neuen Schal gekauft – einen Kaschmir-Schal für 99 Euro. Ja, ein Schnäppchen war es nicht, aber ich habe ihn gekauft, weil er wunderbar weich war und ich mir wünsche, dass ich diesen Schal sehr sehr lange tragen werde. Dann fallen die 99 Euro gar nicht mehr so ins Gewicht 🙂

Tipps für zukünftige Shoppingtouren

Im Folgenden möchte ich dir noch ein paar Tipps an die Hand geben, um zukünftig achtsam und wohlüberlegt shoppen zu gehen.

  1. Wenn du bewusst shoppen gehen möchtest, überlege dir vorher, was du wirklich brauchst. So vermeidest du Spontankäufe und stockst deinen Schrank mit Kleidungsstücken auf, die ihn bereichern
  2. Lass dich von Sale Schildern nicht verleiten – ja auch wenn es schwer fällt. Schnäppchen sind nämlich meistens nicht die Kleidungsstücke, die du in Schritt 1 definiert hast.
  3. Jeder Kauf sollte gut überlegt sein. „Aber dann ist doch das Sonderangebot vorbei?“, fragst du dich nun. Das wird vermutlich so sein. Wichtiger als Kleidung reduziert zu kaufen, ist aber, dass du absolut von z.B. den Stiefeln überzeugt bist. Spontankäufe machen zwar kurzfristig glücklich, allerdings verfliegt das Glücksgefühl relativ schnell wieder. Lass mindestens zwei Wochen Zeit vergehen. Wenn dein Herz dann immer noch für die Stiefel schlägt, schnapp sie dir!
  4. Versuche ab und zu auch hochwertigere Kleidung zu kaufen. Das muss nicht immer sein, schließlich hat das auch seinen Preis. Aber jeder noch so kleine Schritt ist wertvoll und unterstützt die Textilfirmen, die unter fairen Arbeitskonditionen fertigen. Und oft hat man an hochwertigeren Kleidungsstücken deutlich länger Freude.
  5. „Für jedes Teil das kommt, geht ein altes Teil“. Dieser Leitsatz kann eine Idee sein, um den Kleiderschrank nicht überquellen zu lassen. Natürlich gibt es Lieblingsstücke, die wir auch nach Jahren nie weggeben würden. Oft findet sich aber ein älterer Pullover, an dem wir mittlerweile nicht mehr hängen und der Platz für Neues machen kann.
  6. Werde selbst kreativ! Statt zu kaufen, kannst du Kleidung auch selber nähen oder einen schönen Schal stricken. Zum einen ist es ein wunderschönes Hobby, zum anderen werden deine Kleidungsstücke zu Unikaten!

Hast du weitere Tipps für einen bewussteren Konsum? Traust du dir zu, einmal ein Jahr lang komplett auf Shopping zu verzichten? Oder hast du das Projekt sogar schon gemacht und kannst von deinen Erfahrungen berichten? Ich bin gespannt!

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